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Versuchskaninchen Mensch – Bakterielle Experimente von 1940 bis 1979

„Unabhängige Überprüfung der möglichen Gesundheitsgefährdungen der großräumigen Freisetzung von Bakterien während der – Dorset Verteidigungs Experimente“
(INDEPENDENT REVIEW OF THE POSSIBLE HEALTH HAZARDS OF THE LARGE-SCALE RELEASE OF BACTERIA DURING THE DORSET DEFENCE TRIALS)

Englische Kurzform als PDF lesen oder herunterladen: Dorset Bacteria Trials 1940 – 1979

Wie kürzlich die britische Regierung über die „University of Oxford“ vertreten durch Professor Brian G. Spratt in dem oben benannten Bericht öffentlich zugeben musste, wurden in den Jahren von 1940 – 1979 umfangreiche biochemische Experimente an einen Großteil der britischen Bevölkerung durchgeführt, ohne deren Wissen, Einverständnis oder im wesentlichen über die mortalen Konsequenzen informiert zu sein.

Aus dem im original über 60 seitigen Bericht geht hervor, dass die gebrieften „Forscher“ und letztlich das ausführende Militär dazu angehalten wurden, die weit über 100 durchgeführten und geheimen Experimente der Bevölkerung als angebliche „Studien zur Ermittlung von Luftverschmutzung und Wettermanipulation“ zu erklären, falls es doch jemand aufgeweckten geben sollte der diesbezüglich Fragen stellen würde.

Die „Tests“ sollten herausfinden, wie verwundbar Britannien wäre, sollten die „Russen“ zur Kriegsführung einen biologischen Angriff aus „Wolken mit tödlichen Keimen“ starten.

Die meisten Versuche wurden seiner Zeit nicht mit biologischen Waffen durchgeführt. Alternativ wurden in den Auswirkungen ähnliche Substanzen verwendet, die nach Angaben des Verteidigungsministeriums „natürlich“ harmlos wahren, jedoch wurden in den Versuchsgebieten überdurchnittliche Missbildungen unter den Neugeborenen verzeichnet, nachdem die natürlich „harmlosen“ Substanzen auf die in den Versuchgebieten lebende Bevölkerung ausgesprüht wurden.

Ein Kapitel des Berichts „The Fluorescent Particle Trials“ zeigt auf, wie zwischen 1955 und 1963 Flugzeuge von der Nord-Ost Küste Englands starteten, entlang der Süd-West Küste bis zur Spitze von Cornwall, Unmengen von „Zinkcadmiumsulfid“ auf die ahnungslose Bevölkerung aussprühten. Die chemische Substanz trieb unzählige Kilometer landeinwärts, die Fluoreszenz diente der Analyse über die Ausbreitung von chemischen Kampfstoff. In einer weiteren Studie mit Zinkcadmiumsulfid, wurde ein Generator an einer öffentlichen Straße bei Frome in Somerset aufgestellt, welche über eine Stunde die chemische Substanz auf die passierende Bevölkerung aussprühte.

Während die britische Regierung behauptete das Zinkcadmiumsulfid für den Menschen unschädlich ist, blieben sie gleichzeitig die Erklärung schuldig, warum auch Cadmium als Ursache für Lungenkrebs angegeben wird bzw. warum die Alliierten im 2. Weltkrieg Cadmium als chemische Waffe zum Massenmord betrachteten?

In einem weiteren Kapitel „Large Area Coverage Trials“ beschreibt das britsiche Verteidigungsministerium wie zwischen 1961 und 1968 mehr als 1 Millionen Menschen an der Südküste Englands von Torquay bis nach New Forest, diversen Bakterien gezielt ausgesetzt wurden. Hierunter befanden sich auch der Bakterienstamm „E. coli“ und „Bacillus globigii„. Diese wurden von dem vor der Küste ankernden Kriegs-Schiff „The Icewhale“ in einem 5 bis 10 Meilen großen Radius ausgesprüht um eine biologische Kriegsführung mit Milzbrand zu „simulieren“.

Der Bericht informiert auch über weitere Details der DICE-Studien zwischen 1971 und 1975, wie Wissenschaftler in Zusammenarbeit mit dem US- und britischen Militär, massive Mengen des Bakteriums „Serratia marcescens“, einem „Anthrax Simulatoren“, sowie Anteilen von „Phenol“ in die Luft versprühten.

Ähnliche Bakterien wurden zwischen 1952 und 1964 freigesetzt („The Sabotage Trials“). Diese Tests sollten die Auswirkungen nach einem biochemischen Angriff auf Menschen in größeren Gebäuden und öffentlichen Verkehrsmitteln bestimmen. Im Jahr 1956 wurden die Bakterien in der Londoner U-Bahn entlang der Northern Line zwischen Colliers Wood und Tooting Broadway zur Hauptverkehrszeit mit Zustimmung der Regierung freigesetzt. Die Ergebnisse zeigten, dass der Organismus etwa 10 Meilen dispergiert. Ähnliche Test wurden in Tunnelanlagen von Whitehall durchgeführt.

In weiteren Tests wurden zwischen 1964 und 1973 in Kisten befindliche Spinnennetze mit Keime kontaminiert um deren Überlebensfähigkeit zu erforschen. Dieses Verfahren wurde in dutzende Standorte verteilt im ganzen Land durchgeführt, einschließlich dem Londoner West End, Southampton und Swindon. Der Bericht veräußert auch dutzende „kleinere“ Feldversuche mit diesem Verfahren zwischen 1968 und 1977.

Vor einigen Jahren hatte das Verteidigungsministerium ganze 2 Wissenschaftler beauftragt, wohl gemerkt: erst nach der Durchführung dieser Experimente, welche Gefahren diese Tests eigentlich für die Bevölkerung hatte? Natürlich mit dem Ergebnis, dass sie fast „harmlos“ wahren. Lediglich einer von diesen beiden „renommierten Wissenschaftlern“ bemerkte latent, daß ältere Menschen oder Menschen mit Atembeschwerden ernsthafte Schäden davontragen konnten und auch nur dann, wenn eine ausreichende Menge von Mikroorganismen eingeatmet wurde. Nur, ab wann ist jemand ein „älterer Mensch“, was bedeuten „Atembeschwerden“ und wieviel ist eine „ausreichende Menge“?

Wie dem auch sei, Fakt ist, dass Familien deren Lebensbereich sich in unmittelbarer Nähe der geheimen Tests befand, auch hier Beschwerden äußerten über Kinder mit Geburtsfehler, körperlichen Behinderungen oder massiven Lernschwierigkeiten.

Im folgenden versuchte jede britische Regierung die Experimente auf Grundlage der biochemischen Kriegsführung angewendet auf die eigene Bevölkerung geheim zu halten. Zwar drangen immer wieder Berichte über diese Verbrechen an die Öffentlichkeit, welche erwartungsgemäß auch immer wieder in der breiten Masse mit der Begründung „unvorstellbar“ ignoriert wurden. Jedoch liegt jetzt mit dem von der britischen Regierung selbst beauftragten Analyse, die umfassendste und somit zweifelsfreie Informations-Schrift vor, die selbst den letzten Zweifler aufwecken muss.

Der britische Liberal-Demokrat Norman Baker bemerkte hierzu:

Ich begrüße die Tatsache, dass die Regierung endlich diese Informationen veröffentlicht. Aber die Frage bleibt, warum wurde es so lange verschwiegen? Es ist nicht hinnehmbar, dass die Öffentlichkeit als Versuchskaninchen ohne ihr Wissen missbraucht wurde, und ich will die eindeutige Bestätigung des Verteidigungsministerium, dass die Behauptung, daß die verwendeten Chemikalien und Bakterien für den Menschen unschädlich waren der Wahrheit entspricht!

Sue Ellison, Sprecherin von Porten Down, sagte:

Unabhängige Berichte von bedeutenden Wissenschaftlern haben gezeigt, es bestand keine Gefahr für die öffentliche Gesundheit bei diesen Vorgehensweisen, sie wurden ausschließlich zum Schutz der Öffentlichkeit durchgeführt. Die Ergebnisse aus diesen Experimenten wird zukünftig Leben retten, sollte sich unser Land einen Angriff mit chemischen und biologischen Waffen stellen müssen.

Auf die Frage, ob solche Tests noch durchgeführt werden, antwortete sie:

Es ist nicht unsere Politik, laufende Forschung zu diskutieren.

Der Bericht des Verteidigungsministeriums beschreibt ebenfalls die Forschung von britischen Wissenschaftlern an der biologischen Kriegsführung seit dem 2. Weltkrieg. Hier wird auch darüber berichtet wie in Porton Down 5 Millionen Rinder-Kuchen gefüllt mit Anthrax-Sporen produziert wurden, um diese mittels Flugzeug über Deutschland abzuwerfen, angeblich um nur Land-Vieh zu töten.

Quelle: theguardian

  1. Es gibt noch keine Kommentare.
  1. 28. August 2012 um 06:42

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